Hinweis
Der Inhalt dieser Seite stammt von verschiedenen Hobby-Autoren. Die Geschichten die sie verfassen, sind keine Meisterwerke. Sie enthalten bestimmt Gramatikfehler und es fehlen bestimmt einige Satzzeichen. Die Korrektur von Dritten wird ebenfalls nicht von Profis durchgeführt.
Wer die Kurzgeschichten dennoch lesen möchte, dem wünschen wir viel Spass dabei. Jede konstruktive Kritik ist gern gesehen und hilft den Hobby-Autoren bei ihrer Weiterentwicklung.

zur Serie A: Anarchy World

zur Serie B: Meine Schwester heißt Polyester



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Anarchy World XP-4 Saga Band 1

Prolog

Ein Kind beißt von einem Pilsförmigen Schokokuchen ab und verschmiert seine Finger mit dessen Glassour. „Der Schokowunderkuchen – den muss man einfach haben!“
*ZAPP*
Vor einem blauen Hintergrund sitzt eine Nachrichtensprecherin auf ihrem Stuhl und liest die Tagesthemen vor: „Nun ist es beschlossene Sache, die Omnitek Corporation wird bis Ende der Woche 99% des Handels auf unserem Planeten XP-4 kontrollieren und somit 200 Tausend neue Arbeitsplätze schaffen „Damit haben wir einen weiteren Planeten vor der Exterminierung bewahrt“, so der neue Pressesprecher der Handelsgewerkschaft letzte Stunde auf der Pressesitzung.“ Sie blättert durch ihre Unterlagen und bringt sie in Form. „So und nun zum Wetter“, lächelt sie.
*ZAPP*
4 Wachpersonen stehen in einem Weiß angestrichenen Raum. In der Mitte sitzt ein kleiner Fex mit Irokesenschnitt an den Boden gekettet, seine Arme sind ebenfalls gebunden. Um seinen Hals eine Kette die an der Decke befestigt ist. Dann ertönt ein Schuss wodurch die Wand im Hintergrund von seinem Gehirn bespritzt wird.
*ZAPP*
Ein Werbespot für die neue „Yalmaha Die Stiletto“ wird ausgestrahlt.
*ZAPP*
Wieder Nachrichten doch diesmal auf einem anderen Sender mit einem anderen Nachrichtensprecher: „Heute gab es im Bezirk 231 einen Ausfall der Elektromagnetischen Kraftwerke. Durch diesen Ausfall des Systems wurden die Kraftfelder der Strassen in diesem Bezirk abgeschaltet. Alle Fahrzeuge auf diesen Strecken kamen von ihrem vorprogrammierten Kurs ab und stürzten 10 Ebenen hinab. Wie viele Menschen bei diesem Umfall ums Leben kamen ist noch unklar. Die Regierung spricht aber von mehreren Milliarden Opfern. Weiter heißt es das es wahrscheinlich nicht Möglich sein wird die Familienangehörigen und Freunde der Verstorbenen zu benachrichten. Falls sie einen Angehörigen haben der nach 3 Wochen immer noch nicht zu ihnen zurückgekehrt ist wissen Sie das er in diesem Inferno untergegangen ist. Mein herzliches Beileid.“
*ZUPP*
Der Plasmabildschirm geht aus.
27.4.08 14:34


Anarchy World XP-4 Saga Band 1

14. März 2.94.59 n. C.
James Drawin

 

James Drawin läuft mit seinem Gepäck und Aktenkoffer durch eines der Slums im zweiten Stadtbezirk. Seine Augen wandern überall hin. In jeder Ecke, hinter jeder Abzweigung die er nehmen muss sitzen Obdachlose, Schwerstkranke und Verletzte. Was ist hier nur los fragt er sich. Er bleibt kurz stehen und richtet seinen Blick nach oben auf einen der zahlreichen Bildschirme. Bald hat er es geschafft an seinem Ziel anzukommen. Ein Mann schleicht sich den Bauch haltend, die Hände voller Blut an ihm vorbei. James rührt keinen Blick und setzt seinen Weg fort.

   Endlich ist er angekommen, vor sich sieht er was er sich gedacht hatte. Streitkräfte OT´s beschützen das Handelsgebäude. Einige der Einwohner haben sich Stich und Schusswaffen besorgt und wollen das Gebäude stürmen. Die Wachen scheuen sich nicht auf die Bevölkerung zu schießen. „Verschwindet Omi-Tek!“ rufen und protestieren die Angreifer das dennoch stark von den schreien von Angeschossenen und Verletzten übertönt wird.

   „President Drawin!“ ruft ein schwarz gekleideter Schutzbeamter. „Kommen sie mit uns mit, die Einwohner des Bezirks haben den Aufstand angezettelt. Es sieht nicht gut aus.“ Spricht er weiter als er Mr. Drawin unter Schutz von Panzerschildern tragenden Wachen zum Hintereingang des Gebäudes führt. Die Angreifer schlagen einige Wachen zurück, einer ist damit beschäftigt den umgerannten Beamten mit einem Stein die Schädel einzuschlagen. Nicht minder fallen einige seiner Mitkämpfer von Geschossen getroffen zu Boden.

 

*

 

James Drawin sitzt vor einem Kremium Omni-Teks. Ein graubärtiger Beamter schildert gerade was 50 Stockwerke unter ihnen passiert. „Die Bürger sind außer sich da sie aus ihren Wohnungen vertrieben wurden. Sie starteten aufgrund dessen diese Revolte. Das rückt unsere Organisation in ein schlechtes Licht. Und dann auch noch der Unautorisierte Personentransport von SE-9. Was ist wenn die Flüchtlinge erzählen was dort vor sich geht?“

   Drawin nimmt einen kleinen Schluck aus einem Wasserglas. „Keine Sorge das werden sie nicht.“, sagt er kühl. Unser Geheimdienst hat die Flüchtlinge ausgemacht die von Rubi-Ka geflohen sind und Sonderkommandos losgeschickt um jeden Einzelnen dieser Leute zu exterminieren.“

   Der graubärtige meldet sich wieder zu Wort. „Das wird nicht klappen! Bis die Individuen gefunden sind haben sie längst ihre Informationen verteilt!“ – „Irrsinn!“, ruft Drawin „unsere Kommandos sind vor Wochen ausgerückt was ihr noch nicht wisst Mantard! Mir wurde berichtet das noch ein letzter Revolutionär zu töten ist“

„Das ist einer zu viel Mr. President!“, macht Mantard lautstark seine Sorgen bekannt. Es meldet sich ein glatzköpfiger zu Wort. „Schluss damit! Die Kommandos werden auch diese 3 Pestbeulen finden und ausmerzen noch bevor der Morgen graut! Wir sollen uns lieber überlegen wie wir die Revolte eindämmen können die sich unter uns tummelt! Wir besitzen 99% der Händler auf diesem Planeten. Das sind keine 60% wie auf SE9 und somit wird sich hier nicht das gleiche entwickeln wie dort!“

   James runzelt kurz die Stirn und hört sogleich seinen PDA ab von dem gerade ein Piepen ausging. „Aha, ja.“ , nickt er „Aha, Aha, Gut“ Er richtet sich wieder zum Rat. „Meine Herren, das ICC hat uns bestätigt das wir die Revolte mit unseren Mitteln beseitigen dürfen.“

„President, ich wäre dafür das wir unsere gestern angekommenen Juggernauts aussenden um den Bürgern zu zeigen das wir uns nicht auf ihre Art des Boykot einlassen.“, rät der glatzköpfige. Drawin nickt „Wenn sie mit Gewalt protestieren wollen, sollen Sie auch mit Gewalt antworten erhalten“

 

*

 

„An die Gebäudewand zurückziehen!“ brüllt der vorherige Schwarz Uniformierte. Die OT Truppen ziehen sich langsam zurück. Der Mob hat sich vergrößert und rückt unaufgehalten vor. Immer wieder landen Bomben vor den Sicherheitsbeamten und explodieren. Eine reist sogar einen Teil der Linie die von den Wachen gebildet wurde auseinander. Körper zerfallen und fliegen Meterhoch durch die Luft.

   Nun ist es soweit, der Mob wird geblendet als sich zwei gigantische Dinge vor ihnen materialisieren die soeben zum warpen freigegeben wurden. Als sich der Schein gelegt hat rennen und rufen die Menschen in Panik um Hilfe. Die beiden Kampfkolosse fangen sogleich an mit ihren GATLINGGEWEHREN  Kalbier 230 die Menge aufzuwühlen. Körper zerfetzen, Beine werden zerlöchert, Köpfe explodieren. Überall wo die Patronen einschlagen vergeht Leben.

   Dann bleiben die Rotatoren der Gewehre stehen. Der letzte kümmerliche Rest des Mobs rennt und stolpert angstschreiend weg. Einige rutschen auf den abgetrennten Körperteilen aus und werden von den Schutzbeamten mit Gewehrschüssen aus der Ferne erschossen.

 

*

 

James Drawins PDA piept erneut. Nach kurzem hören verkündet er die Nachricht.

„Der Mob wurde aufgelöst. In einer Stunde werden die Waste Colectoren eingesetzt um das Gebiet zu säubern.“ Er nimmt noch einen Schluck und fährt dann fort. „So, und nun wir es Zeit endlich darüber zu reden wie wir Platz für OT Personal in den Führungsposten der Handelsfirmen schaffen. Da oben sitzen noch viele Zivilisten denen wir die Führung dieser nicht länger überlassen können.“

27.4.08 14:35


Anarchy World XP-4 Saga Band 1

2.
17. März 2.94.59 n. C.
Afinia

 

Bezirk 231 meinte sie?, dachte ich.
Mein Vater muss immer über Bezirk 231 wenn er von der Arbeit nach Hause kommt.
Völlig desorientiert blicke ich auf den schwarzen Plasmabildschirm den ich soeben ausgemacht hatte. Manchmal ist es sehr amüsant von den Schicksalen anderer Menschen zu erfahren, sofern es witzige Geschichten sind.

   In meinem Magen sammeln sich nun Ameisen die unaufhörlich anfangen darin herumzukrabbeln. Ich blicke auf die digitale Uhr über dem Fenster. Sie zeigt mir an das es bereits 16:32 ist. Um diese Zeit befindet sich mein Vater immer auf dem Heimweg. Erst letzten Monat hat er sich einen seiner Kindheitsträume erfüllt. Fast dreißig Jahre hatte er gespart um sich seine Yalmaha de Stiletto leisten zu können. Der Sportflitzer ist nicht billig. Allein das Construktion-Kit kostet über 2 Millionen Credits. Und Geld ist Mangelware für Leute die nicht schon als Söhne oder Töchter reicher Leute geboren worden waren.

Und nun könnte er tot sein?

   Meine Magenschmerzen werden immer schlimmer. Meinen Vater habe ich immer gehasst. Er hatte nichts Besseres zu tun als mir immer vorzuwerfen das ich am Tode meiner Mutter schuld bin. Immer zeigte er mir dass ich für ihn einen Dreck wert bin.
Nicht so intelligent und erfolgreich seih wie meine Schwester. Dabei hat Aioana nicht mal einen Job und lebt von dem bisschen Geld das mein Vater bei seiner Arbeit verdient.
   Als Warenpacker bei großen Handelslagern verdient man nicht sehr viel. Es reicht manchmal nicht mal dazu um die Miete zu bezahlen. Und immer ich darf dann mit meinem selbst verdienten Geld die aufkommenden Rechnungen bezahlen. Auch wenn ich es hier in dieser kleinen Stinkbude hasse so bin ich doch bereit für ein Dach über dem Kopf dieses Opfer zu bringen. Eine eigene Wohnung kann ich mir von meinem Verdienst auch nicht leisten, Freunde besitze ich genauso wenig wie den Willen zur Veränderung. Da lebe ich doch lieber weiter mit meinem Vater und meiner Schwester in diesem Drecksloch.

   Doch wie für lange noch?, denke ich mir.

Wenn mein Vater wirklich bei diesem Totalausfall ums Leben gekommen sein könnte dann werde ich nicht mehr lange hier leben. Was aus meiner Schwester wird ist mir völlig egal. Ich hasse sie genau wie meinen Vater. Sie ist sein Liebling, nicht ich obwohl ich mehr erreicht habe als sie. Da Aioana immer alles bekommt was sie will bildet sie sich ein sie wäre was besseres als ich.

 

*

 

Gerade sitzt sie in ihrem Zimmer mit ihrem Freund Nardos. Dieser kleine Stimpack abhängige Junky hat sich vor einem Jahr bei ihr eingenistet und ist seitdem nicht mehr gegangen. Nun hängen sie jeden Tag zusammen und können ihre Finger nicht von sich lassen. Nardos hat manchmal seine Anfälle wenn er mal wieder kein Geld für seine Drogen hat.

   Dann wird er immer gewalttätig und schlägt Aioana halb zusammen. Auch meinen Vater hat dieser kleine Spritzer schon einmal mit dem Messer bedroht. Allerdings kam Nardos nicht gegen ihn an. Paps warf ihm einen Stuhl entgegen der natürlich nicht auf Nardos landete aber unserem Tisch ein Bein abschlug. Nardos war jedenfalls so abgelenkt das er gar nicht merkte wie Paps auf ihn zu gerannt kam und seinen Ellenbogen in dessen Magengrube setze. Nachdem mein Vater Nardos Respekt beibrachte war der kleine verseuchte Fex auf einmal ganz zahm und schleimte die darauf folgenden Wochen wie eine Schnecke. Seither gab es auch keine Ausraster mehr von ihm. Mein Vater gab diesem kleinen Mistkerl auch öfter das nötige Geld, den Rest erpresste er aus Aioana heraus nachdem er sie mal wieder richtig verdroschen hatte.

   Meine arme verwirrte Schwester. Manchmal wenn man es aus ihrem Zimmer rumpeln hört tut sie mir sogar etwas leid. Sie kann sich einfach nicht von diesem Scheusal lösen. Nardos wickelt sie immer wieder um den Finger und sie fällt auf seine Lügen leichtgläubig herein.

27.4.08 14:36


Anarchy World XP-4 Saga Band 1

Aioana

 

Nardos liegt schlafend auf dem Bett. Seine Haare liegen wild durcheinander auf dem Kopfkissen. Es weißt feuchte Flecken auf die von Nardos Speichel erschaffen worden waren den er stark absondert aufgrund von Stimstereoiden die er letzte Nacht zu sich genommen hat. Nardos Arme und Beine sind ziemlich dünn, wenn man nicht wüsste das er Drogen abhängig ist würde man meinen er hätte eine Essstörung.

   Aioana sitzt neben ihm und hat ihre Beine angewinkelt. Sie hat ihre Arme auf den Knien verschränkt und blickt ziellos auf das Bettlaken. Vor einer Stunde war sie wach geworden und sitzt seitdem so dar. Doch nun schiebt sie ihre Füße über die Bettkante und zieht ihren strammen Hintern hinterher.  Sie torkelt noch immer schläfrig zu einem Stuhl auf dem sie ihre Kleidung abgelegt hatte. Sie stülpt sich langsam ihr Oberteil über den Kopf und eilt zu ihrem Schrank. Dort holt sie sich eine Zigarette aus einem kleinen Kästchen und zündet sie sich an. Nardos fängt an sich auf die andere Seite zu rollen und bleibt dort weiterhin ruhig liegen.

   Aioana wühlt sich barfüssig durch eine Menge länger herumliegende Blätter und Verpackungen.  Ihr Magen knurrt vor sich hin. Seit gestern früh hat sie nichts mehr essbares vor sich gehabt. Ihr Weg führt sie zur Zimmertüre und in die Küche.

   Afinia sitzt wieder auf dem Sofa und schiebt sich eine Gabel Instant-Nudeln in den Mund. Sie hatte gar nicht bemerkt wie ihre Schwester das Zimmer verlassen hatte und hinter ihr vorbeiging. Aioana sucht im Küchenschrank nach einem Glas und klirrt mit den Gläsern herum.
   „Du hast es noch nicht gehört oder?“ fragt Afinia ohne sich umzudrehen.

„Was denn gehört Heuschrecke?“ Aioana lässt sich immer wieder böse Namen für ihre Schwester einfallen. Doch Afinia ignoriert diese Worte mittlerweile.

„Heute gab es im Bezirk 231 einen Ausfall der Strassen genau um die Zeit in der Papa immer nach Hause fährt.“ Aioana hat sich für ein Glas entschieden und füllt sich Leitungswasser hinein. „Ach tatsächlich. Und was willst du mir damit sagen?“ entgegnet sie. „Das Paps tot sein könnte.“, spricht Afinia mit gesenktem Ton.

   Aioana blickt in ihr Glas und wartet einige Augenblicke. Sie weiß genau wenn es ihren Vater nicht mehr geben sollte wäre sie verloren. Wohin sollte sie gehen wenn ihre Schwester recht hat und er wirklich nicht mehr zurückkommt. „Wann war es denn?“ fragt sie kurzer Hand darauf. Afinia erzählt ihr von der Uhrzeit und der Nachrichtenmeldung.

27.4.08 14:37


Anarchy World XP-4 Saga Band 1

3.
17. März 2.94.59 n. C.
Hager Kamir

 

Im 233 Bezirk unter der 128 Landezone liegt die Firma MAK-Tech Companys. Spezialisiert auf Fahrzeugbauteile und Schiffspositronik für größere Raumfrachter. Die Fabrik selbst besteht aus drei je 5x3x2,5km großen Räumen in denen die Fliesbänder und Lagerhallen untergebracht sind. Die Wände der Lagerhallen bestehen aus metallischen Gitterkäfigen. An der Decke befindet sich ein Lastenkran der frei durch alle drei Hallen an einem Schienenetz bewegt werden kann.

   Firmenleiter ist ein gewisser Hager Kamir, einer der Top Hersteller von Schiffspositronik und galaxienbekannt für die guten Erzeugnisse seiner Mitarbeiter. Das ist auch das Markenzeichen der Firma, die Positronik wird nicht wie üblich von Maschinen hergestellt sondern von Menschen.
   Hager sitzt gerade an seinem Schreibtisch. Er ist ein kleiner schlanker 38 Jahre alter Solitus. Sein Gesicht ziert eine lange Narbe die er vor achtzehn Jahren bei einem Kampfeinsatz auf dem Planetoiden RADOS-10 mitgenommen hatte. Ein Jahr nach dem Vorfall wurde die Einheit der er angehörte aufgelöst und er bekam eine Millionenschwere Abfindung. Drei Jahre später eröffnete er von dem Geld das er bekommen hatte die kleine Firma KAMERS, die Anfangs noch Einzelkomponente für Schiffspositronik herstellte. Als KAMERS von MAK-Tech aufgekauft und er als Abteilungsleiter für den Bereich Kleinpositronik auserkoren wurde, konnte er noch nicht ahnen das er in den nächsten sechs Jahren zum Firmenleiter aufsteigen würde.
   Er ist seit mehr als 35 Stunden wach und fährt mit seinem Finger über den Touchscreen des Holos vor seinem Gesicht. Kurz wischt er sich den Schlaf aus den Augen. „Bald hab ich es geschafft“ murmelt er mit ein klein wenig Vorfreude auf seinen Feierabend. In der Halle die er von seinem Büro aus beobachten kann arbeiten gerade die letzten Angestellten.

   Gerade wollte er seine Datei speichern da ertönt die Türklingel. Hager verdreht die Augen und denkt sich wer nun noch stören könnte. Hoffentlich nicht einer seiner Arbeiter der seine Extraschicht verlängern möchte. Er erhebt sich langsam von seinem Stuhl und schlendert zur Tür. Durch die auf einem kleinen Terminal neben der Tür einsehbaren Kamera kann er einen Blick auf einen seiner Mitarbeiter werfen der stramm Richtung Türe blickt.

   „Wehe es ist nichts wichtiges“, knurrt Hager weiter. Das Schloss öffnet sich. Hager Kamir wollte gerade fragen was der Sinn der Störung sein soll da spürt er einen brennenden Schmerz an seinem Bein, der ohrenbetäubende Knall eines Langstrecken Gewehrs kommt erst eine Sekunde später in den hörbaren Bereich, als ein schwarz uniformierter mit einer Strumpfmaske aus dem Nichts erscheint und Hager entgegen stampft. „Bleib wo du bist!“ brüllt er lautstark und richtet Hager Kamir das Gewehr entgegen. Hager kommt innerhalb von Sekunden wieder von seinem Schock runter und erblickt durch die Beine des Eindringlings den ausblutenden Körper des Arbeiters der gerade noch auf der Kamera zu sehen war.

   „Was zum Teufel willst du hier!?“ brüllt Hager dem Eindringling entgegen. Dieser bleibt jedoch kühl und entschlossen.

„Du weißt wer mich geschickt hat Hager Kamir.“, und nickt mit dem Kopf, das Gewehr bleibt ruhig. „So ist das also, wenn diese Hunde mit Diplomatie nicht voran kommen dann wird Gewalt die ausführende Exekutive!“

 

*

 

Aibrak, Kamirs Stellvertreter, ist der Schuss aus dem Büro seines Vorgesetzten nicht entgangen. Er eilt mit seinen beiden Kollegen in Richtung der Büroräume. Jeder von ihnen ist mit einem Werkzeug als Waffe ausgerüstet. Auf halben weg hören sie mehrere Feuersalven.

   Hager hat es geschafft an seine SMP zu kommen und feuert auf den Eindringling. Dieser jedoch ist kaum zu treffen da er immer wieder ins Nichts entschwindet.
   Wieder einmal ist er nicht auffindbar. Hager kneift die Augen zusammen und konzentriert sich auf die Umgebung in der plötzliche Stille eingekehrt ist. Entsinne dich deiner Zeit im Militär Hager Kamir., denkt er in sich gekehrt. Agenten sind durch bestimmte Merkmale in der Umgebung zu erkennen. Hitzewallungen der Luft, wenige Sekundenbruchteile auftauchende Schatten und…seine Gedanken werden unterbrochen. „Das ist es!“ Hager feuert auf den Schrank rechts von sich auf dem er eine kurze Veränderung des darauf fallenden Lichts zu erkennen vermutete.

   Der Eindringling erscheint aus dem Nichts, Hager hatte ihn nicht getroffen aber er hat ihn entdeckt und feuert weitere Kugeln auf den Agenten. Dieser eilt im Kreis durch den Raum und feuert in wenigen Sekunden sein ganzes Gewehrmagazin auf die Wand vor sich, diese zerbröckelt und wird marode. Genau richtig um mit einem Satz durch zu springen.

   Hager konnte dem ganzen überhaupt nicht folgen, er erblickte nur die Staubwolke die sich an der Wand ausbreitete. Aibrak betritt als erstes den Raum. Er sieht seinen Chef am Boden knien. Hager erschrickt und richtet seine Waffe auf Aibrak. „Hey! Verdammt noch mal ich bin es, Aibrak.“ stammelt dieser. Hager nimmt die Waffe runter. „Was ist hier geschehen?“ fragt Aibrak weiter.
   „Ein Agent von Omni-Tek hat versucht mich zu töten.“, Hager Kamir verschnauft kurz. „Die Schweine haben auf den diplomatischen Weg verzichtet. Aber meine Firma bekommen sie nicht!“, und hustet. Der Agent hatte Hager einen Streifschuss an der Seite zugefügt.

„Los ihr zwei er muss hier noch irgendwo sein, sucht ihn!“ wendet sich Aibrak zu seinen Kollegen die sofort hinuntergehen.

   Hager Kamir öffnet sein PDA und gibt einen Durchruf an alle seine Kollegen aus. Er wusste das noch weitere Leute von Omni-Tek bedroht worden waren denen auch Attentäter auf den Hals gehetzt werden. Was nach einigen Minuten auf seinem PDA für Nachrichten eintreffen lässt ihn zu einem Schluss kommen: Revolte!

   Kurz blickte er auf den vorhin getöteten Arbeiter, Hager kannte ihn nicht so gut, aber er wusste das dieser Mann zwei Töchter hinterlässt. Von nun an müssen sie ohne ihren Vater weiterleben. Er bedauerte nicht mehr in der Personalkartei nach den Angehörigen des kürzlich verstorbenen zu suchen, denn er wusste das der Agent zurückkommen würde und musste so schnell es geht von hier verschwinden.

   Er ballte seine Faust fest zusammen, sodass es ihm wehtat. Damit diese beiden jungen Menschen sowie die gesamte weitere Bevölkerung XP-4s, ohne Tyrannei durch Omni-Tek weiter in Freiheit leben können kann, musste sich etwas ändern.

27.4.08 14:37


Anarchy World XP-4 Saga Band 1

4.
21. März 2.94.59 n. C.
Afinia & Aioana

 

„Weil du einfach nicht genug machst damit er nicht mehr arbeiten gehen muss du faules Miststück!“ attackiert Aioana ihre Schwester. Ihr Vater ist nun schon den dritten Tag nicht mehr nach Hause gekommen, die Wahrscheinlichkeit das er irgendwann noch mal ein Lebenszeichen von sich gibt wird immer geringer.

   Aioana möchte Afinia ein schlechtes Gewissen einreden. Sie fühlt sich hilflos und alleingelassen. Ihr Freund Nardos ist ein Verlierer das weiß sie seit ihr Vater den kleinen Drogenabhängigen zur Vernunft gebracht hat. Nardos verhält sich seither als riesiger Schleimer ihrem Vater gegenüber nur weil er selbst nicht von den Drogen mehr wegkommt.
   „Du weißt ganz genau das du einen großen Mist erzählst das ist dir schon klar? Paps wollte immer selbst arbeiten weil er sich Träume erfüllen wollte, ich war doch immer nur dazu da um das Geld was er lieber auf die Seite gelegt hatte für unsere Mietkosten zu ersetzen!“, Afinia brodelt vor Wut und redet ohne Luft zu holen weiter,  „Ich bin ihm doch verdammt egal das weißt du auch.“, Afinias blassblaue Opifex-Wangen hatten sich in ein tieferes blau verändert.
   „Wenn du nichts tust damit wir über die Runden kommen können kannst du auch kein Interesse erwarten.“, lässt Aioana verlauten. Sie wusste das Afinia mit dem Argument kommen würde das Aioana selbst ja erst recht nichts tut, ja noch nicht mal einen Job habe. Sie wusste aber genau was sie darauf antworten sollte.
„Bei mir ist das was anderes. Ich habe meine Mutter nicht umgebracht.“
   Aioana sieht auf ihre Schwester herab da sie um zwei Köpfe größer ist, sie sieht wie Afinias Augen feucht werden. Wie ihre Lippen anfangen zu beben. Afinia nuschelt vor sich hin. Sie redet davon das sie daran nicht schuld ist. Sie redet davon das Aioana und ihr Vater mit ihrem abwertenden Verhalten ihrer Mutter gegenüber sie getötet hätten. Sie redet davon das es einfach nicht wahr ist. Sie versucht es jedenfalls.
   In Aioanas Kopf breitet sich Freude aus. Freude darüber das sie ihre Schwester leidet. Freude darüber das Afinia sich genauso hilflos fühlt wie sie selbst. Doch weiß Aioana das sie ihre Mutter wie den letzten Mist behandelt hatte. Wie eine Person die zu schwach war sich gegen ihren gewalttätigen Mann zu stellen, der sie öfter am Kragen packte wenn er nicht seinen Kopf durchbekam. Aioana war von ihrer Mutter enttäuscht und hatte es ihr auch gezeigt.

   Aioana jedoch blieben von der Aggressivität ihres Vaters verschont denn sie verstand sich mehr als gut mit ihrem Vater. Er hatte sich ja auch seine Liebe erkauft bei ihr. Nur Afinia bekam immer seine aggressive Art zu spüren. Er hatte Afinia heruntergemacht bis auf den Boden hatte er sie gedrückt. Er stellte es genauso an wie bei ihrer Mutter jedoch ohne Handgreiflichkeiten.

27.4.08 14:39


Anarchy World XP-4 Saga Band 1

5.
29. März 2.94.59 n. C.
Hager Kamir

 

Rauch steigt aus einem der unzähligen Kanalisationsgitter die die stinkende Luft aus den 50 Jahren nicht mehr gereinigten Abwasserkanälen abpumpen empor. Die wenigen Lampen die auf kleinen Plattformen unterhalb des Landezonenturms schweben geben nur kleine blaue Lichtkegel ab und durchdringen die Finsternis nur Mager. Auf der Erdoberfläche häufen sich Metalltrümmer und Müllberge. Waste Collectoren schweben in Gruppen über das Gebiet und sammeln den Schrott auf um ihn auf die Berge aufzuhäufen. Dabei geben sie gluckend piepsende Geräusche von sich. 1 km unter der Erde hat eine kleine Gruppe unter der Führung Hager Kamirs in einer verlassenen Fabrik ihr Quartier eingerichtet.

   Vor über zwei Wochen hatte Hager Kamir von dutzenden seiner Kollegen bei anderen Firmen erfahren das 120 Chefleiter kleinerer Fabriken und Läden spurlos verschwunden seien. Weitere 40 wurden tot in ihren Büroräumen oder in Müllbergen auf der Oberfläche entdeckt. Auch Hagers bester Freund der Leiter der Firma „Eye Bloom“ Erwan Chensir der Augen und Ohren für Protokoldroiden herstelle war ermordet worden.

   Hager hatte zwei Tage versucht ihn zu erreichen ohne ein Lebenszeichen von ihm zu bekommen. Aibrak war auf seinen Geheiß in den Bezirk gereist um nach Erwan zu suchen, kam aber vier Tage später zurück und erzählte das er Erwan´s Leiche in einem der Kältetanks die für die Kühlung der organischen Bauteile zuständig sind gefunden hatte. Wie es aussah wurde er bewusstlos gewürgt und anschließend in dem Tank ertränkt worden.

   Hager Kamir wusste das es ein Omni-Tek Auftragskiller gewesen sein musste, denn Erwan erzählte ihm das er mehrfach von OT bedroht wurde, wenn er seinen Laden nicht dem Multikonzern überschreiben würde täten sie andere Mittel einsetzen um ihn zu beseitigen. Wie Hager von Tam Minras dem Chef einer Fabrik der SOL-Banking der sich nun ebenfalls bei ihm in diesem heruntergekommenen Versteck befand erfahren hatte wurden ebenfalls andere Filialleiter der SOL-Banking die Tam sehr gut kannte von OT bedroht, viele von ihnen waren auch spurlos verschwunden oder tot aufgefunden worden.

27.4.08 14:40


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